Dies ist ein Bericht über eine herbstliche Rundreise durch Norwegen und Schweden.
Gestartet in Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens, ging die Fahrt über die schwedische Grenze nach Östersund; von dort nach Norden ins Gebiet der Samen oder Sami, das man auch Lappland nennt und dann weiter nach Westen, zurück nach Nordnorwegen.
Und wenn man schon so weit im Norden ist, wäre es ein Versäumnis, das Gebiet der Lofoten nicht zu besuchen. Auch wenn man sie von früheren Besuchen bereits kennt.
Und um wieder in den Süden zu kommen, sah der Plan eine Fahrt entlang der Helgeland-Küste vor, die den attraktiven Westrand der norwegischen Atlantikküste bildet. Damit es eine komplette Rundreise wird, war der Endpunkt wieder Trondheim.
Trondheim-Östersund
Wer im September nach Skandinavien reist weiß, dass das Wetter wechselhaft sein kann. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Fahrt über das Grenzgebirge wurde von anhaltenden Regenfällen begleitet, gemischt mit gelegentlichen Niederschlagspausen.
Im Gebiet um das Wintersportzentrum Åre waren es dann vor allem die spektakulären Wasserfälle der Region, die eindrückliche Bilder ermöglichten. Die weitere Fahrt durch das Jämtland, mit dem Hauptort Östersund verlief dann witterungsbedingt wenig spektakulär.
Östersund-Arvidsjaur
Arvidsjaur liegt circa 450 Kilometer nördlich von Östersund im Zentrum von Schwedisch Lappland. Solche Entfernungen sind in der Weite Skandinaviens nichts Besonderes und können bei den herrschenden Verkehrsverhältnissen im ländlichen Schweden entspannt zurückgelegt werden. Vor zu viel Hektik bewahren einen die strengen Tempolimits auf den zumeist leeren Straßen, vor empfindlichen Strafzahlungen schützt der Tempomat, der auf maximal 80 km/h eingestellt sein sollte.
Es geht durch Orte wie Dorotea und Vilhelmina, Die Ortsnamen gehen auf die schwedische Königin Friederike Dorothea Wilhelmine von Baden (1781–1826) zurück. Zusammen mit einem dritten Ort, Fredrika (benannt nach dem ersten Vornamen Friederike) bilden Dorotea und Vilhelmina eine historische Region in Südlappland, die auch als das schwedische Königinnenland (Drottningland) bezeichnet wird. Vor diesen Umbenennungen trugen die Siedlungen meist schlichte Namen, die sich von Seen oder geografischen Merkmalen der Umgebung ableiteten.
Das Etappenziel Arvidsjaur ist in unseren Breiten bekannt, weil es im Winter als Testregion für die Automobilindustrie dient, die dort ihre Fahrzeuge harten Einsatzbedingungen aussetzten können. Im September ist Arvidsjaur aber eine hübsche Kleinstadt mit guter Infrastruktur an einem idyllischen See.
Arvidsjaur-Fauske
Die sogenannte Silberstraße diente früher zum Transport der Bodenschätze aus den norwegischen Bergwerken nach Schweden. Heute ist sie eine touristisch interessante Route, die auf die Fjelllandschaft im Grenzgebiet führt.
Abseits des Weges liegt der Nationalpark Pieljekaise, ein großes Naturschutzgebiet mit Wanderwegen durch Wiesen und Wälder sowie heimischen Rentieren, Elchen und Lemmingen. Wer sich dafür interessiert muss sich auf längere Fußmärsche einlassen, dafür reichte unsere Zeit nicht.
Auf dem Weg zu den Fjells, die in Höhen von 900 Metern über Meeresnivau liegen, passiert man eine Bilderbuchlandschaft mit verwunschenen Wäldern, prachtvollen Seen und eindrucksvoller Herbstfärbung der Vegetation, je höher, desto intensiver. Und desto krüppeliger werden die Birken an den Berghängen.
Auf der Höhe des Fjells kreuzt man erst den Polarkreis und dann die norwegische Grenze. Die Landschaft wird wieder norwegischer, nämlich enger und steiler. Die Flüsse fließen ab hier wieder nach Westen, dem Atlantik zu.
Fauske-Lofoten
Fauske ist eine kleine Stadt, die als Versorgungszentrum der Region eine Rolle spielt. Um von dort auf die Inselwelt der Lofoten zu gelangen, nimmt man die Europastraße 6, die tief eindringt in die der Küste vorgelagerte Insel- und Halbinselwelt. 160 Kilometer schlängelt sich die Route über Berg und Tal die Küste entlang, bis es in Bognes auf dem Landweg nicht mehr weitergeht.