Das schönste Eck Amerikas

Der Nordwesten der Vereinigten Staaten präsentiert eine beeindruckende  Vielfalt an Landschafts- und Lebensformen: Wilde Küsten, Regenwälder, hohe Berge, karge Wüsten, große Flüsse, grandiose Wasserfälle, wilde Tiere und nicht zuletzt die einzigartigen Naturphänomene des Yellowstone Nationalparks. Kein Wunder, dass die Nordwestecke Vielen als die schönste des Landes gilt. 

Die Reiseroute: von West nach Ost und wieder zurück, mehr als 8.500 Kilometer.

Es ist allerdings ein großes, sehr großes Eck: Wir reden über ein Gebiet, in das Deutschland nahezu viermal hineinpassen würde.  Die fünf Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho, Wyoming und Montana bedecken eine Fläche von fast 1.3 Millionen Quadratkilometern.  Entsprechend ausladend stellt sich die Reiseroute dar: von der rauen Pazifikküste, durch die Vulkankette der Cascades, den Columbia River hoch bis ins Herz des großen Bassins zwischen den Gebirgen in Idaho. Von dort weiter  nach Wyoming und Montana  mit ihren unvergleichlichen Naturschätzen, hart an die kanadische Grenze heran und zurück an die Küste. Ein wirklich großes Eck also, das erkundet werden sollte und nicht weniger als 8.500 Reisekilometer an 20 Reisetagen erforderte. 

Von Seattle auf die Olympic Halbinsel.

Cape Flattery ist der nordwestlichste Punkt des Landes - eine wilde Gegend.

Städte wie Seattle sind auf dieser Reise einzig dazu da, sie schnell hinter sich zu lassen. Es geht uns um die Naturschätze der Region. Und davon gibt es reichlich. Der erste Schatz, der auf dem Weg liegt, ist die Olympic Halbinsel. Sie beherbergt schroffe Küsten, pittoreske Strände und als große Besonderheit gemäßigte Regenwälder wie den Hoh National Forest. 

Moose und Flechten fühlen sich im Regenwald am wohlsten.

Gemäßigt, nicht weil es mäßig, sondern sehr viel regnet: mehr als 2.000 mm im Jahr. Das führt zu langen Flechtenbärten auf den riesigen Nadelbäumen, die bis zu 80 Meter hoch werden: Sitkafichten, Douglasien und der Riesen-Lebensbaum.  Bei einem Waldspaziergang mutiert man zum staunenden Zwerg. 

Zwischen den Baumriesen wird der Mensch zum Zwerg.

Der Wald reicht bis an die Küste und übersät die Strände mit reichlich Treibholz, das ihnen ein sehr signifikantes Aussehen verleiht. Rialto Beach, Ruby Beach und andere, zum Teil nur mit Nummern versehene  Strände sind das Wahrzeichen der Olympischen Westküste, die den Steigungsregen ins Gebirge schickt. Das Gebirge seinerseits schickt das Wasser in Flüssen und Bächen wieder zurück, auf dass es als Regen wiederkehre. 

Ruby Beach ist einer der vielen treibholzübersäten Strände an der Westküste der Olympic Peninsula.

Seit 1938 ist das Gebiet Nationalpark, seit 1976 ein Biosphärenreservat der UNESCO. Daher gibt es die Regenwälder noch. Sonst wären sie längst der gnadenlosen Holzindustrie der Gegend zum Opfer gefallen.  Die holzt ganze Berge ab und versilbert den Ertrag. Zwar forstet sie seit einiger Zeit auch wieder auf, aber auf den künstlich angelegten Plantagen wächst kein natürlicher Wald mehr, nur noch Gehölz, Stamm an Stamm mit wenig  Platz für Flora oder gar Fauna.

Südwärts an die Küste Oregons

Küste bei Cannon Beach mit dem berühmten Haystack Rock im Hintergrund

Auf dem Weg nach Süden überquert der Reisende auf der bemerkenswerten Astoria Bridge  den Columbia River unweit seiner Mündung in den Pazifischen Ozean. Der Bundesstaat Orgeon begrüßt uns mit einer pittoresken Küstenlandschaft: weit offener als im nördlich gelegenen Washington, mit erstaunlichen Felsformationen und weiten Sandstränden, vielfach wunderbar ineinander verwoben. 

Das Wetter an der Pazifikküste ist vielfach durchwachsen, aber das tut der landschaftlichen Schönheit keinen Abbruch.
Devil's Punchbowl bei Newport, des Teufels Punschschale - da passt eine Menge Punsch rein.

Das Wasser ist kalt und das Meer weit. Wind und Wetter sind an dieser Küste zuhause. Man kann Wale und Seelöwen von der Küste aus  beobachten. Das Reiseprogramm heißt Abwechslung,  langweilig wird es nie. 

Kleine Kraftmeierei des Pazifischen Ozeans
Abends gibt sich der Stille Ozean so, wie sein Name vermuten ließe.

Auf in den Osten des Nordwestens

 

Die Reiseroute wendet sich nach Osten und führt durch die Columbia River Gorge, den einzigen natürlichen Einschnitt in die Gebirgskette der Cascades: eine Kette von Vulkanen, die sich von der kanadischen Grenze bis nach Nordkalifornien zieht. Elf Feuergipfel,  bis zu 4.300 Meter hoch, bilden eine unübersehbare Landmarke und eine signifikante Klimascheide.

Der Columbia River markiert die Grenze zwischen den Bundesstaaten Washington (oben) und Oregon (unten)

Da hat sich der Columbia River durchgegraben und einen pittoresken Weg an die Küste geschaffen, der sich am allerbesten auf dem "Historic Columbia Highway" erkunden lässt. 

Multnomah Falls: Der Fall ist zweistufig (165 m und 21 m) und hat eine Gesamthöhe von 189 Metern

Wasserfälle schmücken die Felswände der Columbia River Gorge, mehrere hundert Meter hoch. Der Fluss selbst ist seines natürlichen Aussehens  beraubt, ein Stauwehr nach dem anderen macht aus dem Strom eine stehende Seenkette, eine Stromfabrik.

Einer der schönsten Gipfel des Kaskadengebirges: Mount Hood (3.425 m) Hier die Ansicht von Süden

Die Kaskadenvulkane mit ihren Schneehauben sehen nicht nur pittoresk aus, sie sind die eigentlichen Herrscher der Region. Denn Sie dulden keine feuchten Winde hinter ihrem Rücken. Mit ihren Gipfeln kämmen sie die vom Pazifik ankommenden  Luftmassen, entziehen ihnen das Wasser, das sie zu Schnee und Eis in ihren Gipfelregionen umwandeln und schicken nur noch trockene Lüftchen nach Osten.

Weiter östlich des Kaskadengebirges ist auch das Tal des Columbia River wüstenhaft.

Immer karger wird das Land, je weiter man nach Osten vordringt. Nur noch mit künstlicher Bewässerung wachsen Obst, Gemüse und Getreide. Lediglich in den Taleinschnitten des Snake River und seiner Nebenflüsse ist natürliches Grün vorhanden.  

Am Owyhee River, einem Nebenfluss des Snake River, grünt es nur in Flussnähe.

Der Osten Oregons geht in den Süden von Idaho über, die Distanzen sind lang, die Besiedlung schütter. Es zieht sich etwas. Aber man erträgt die Länge dieser Reiseetappe, weil die freudige Erwartung die Stimmung hochhält. Die auftauchenden Ausläufer der Rocky Mountains versprechen neue erlebnisreiche Tage. 

Am Snake River auf dem Weg nach Jackson Hole

Unmerklich steigt man höher und höher. Von Idaho geht es nach Wyoming. Jackson Hole, der Ausgangspunkt in die Nationalpaks von Teton und Yellowstone, liegt auf knapp 2.000 Metern, hat ganzjährig Saison und eine entsprechende touristische Infrastruktur. Einmal kräftig durchatmen, und dann geht es hinein in die Gebirgswelt der Tetons.

 

Grand Teton National Park

Der Grand Teton National Park ist ein Hochtal des Snake River, das im Westen von einer über 4.000 Meter hohen Gebirgskette gesäumt wird. Prachtvoll steht sie da, wenn die Herbstkälte ihr weiße Schneehauben aufsetzt. Kleine Gletscherreste in schattigen Mulden verleihen den Felsbergen zusätzliche Ausstrahlung. Soweit die Kulisse. 

Der Grand Teton ist 4.199 Metern der höchste Gipfel der Tetons

Unten im Tal dominiert der riesige Jackson Lake das Panorama, im goldgelben Gras tummeln  sich Gabelböcke, Maultierhirsche , Bisons, Pumas , Bären und Wölfe und manchmal bekommen die Besucher sie sogar zu sehen. Der Snake River, der nördlich im Yellowstone Nationalpark entspringt, schlängelt sich durch das kleine Paradies, das seit 1929 unter Naturschutz steht.  

Der Snake River am Anfang seines 1.735 km langen Laufs, der im Columbia River endet.

Die meisten der über 3 Millionen Menschen, die den Park jährlich aufsuchen, kommen auf der Durchreise vorbei. Denn nördlich des Tales befindet sich der Eingang zu einem weitaus berühmteren „Hot Spot“, dem Yellowstone Nationalpark.

 

Das Wunder Yellowstone

Heißes Thermalwasser löst Kalk aus dem Gestein und verziert mit farbigen Ablagerungen die Felswände

Wohl kaum eine Gegend auf dieser Welt weist eine ähnliche Dichte und Vielfalt an Naturphänomenen und -schönheiten auf. Glücklicherweise wurde dies vergleichsweise früh erkannt. Das Yellowstone Gebiet wurde  schon 1872 unter Schutz gestellt und ist damit der älteste Nationalpark der Welt.

Grand Prismatic Spring verdankt seinen Farbenreichtum Bakterien, die sich in kochend heißem Wasser pudelwohl fühlen.

Berühmt sind natürlich die heißen Quellen, die  in einer großen Formen- und Farbenvielfalt bestaunt werden dürfen.  Die Geysire, Pools und Springs sind in der Tat mehr als sehenswert und verdanken ihre Existenz dem unter dem Park befindlichen Supervulkan, der – so ist zu hoffen – auch in den kommenden Jahrtausenden keine  Ausbruchsversuche unternehmen sollte. 

Morning Glory Pool

Eine ganz besondere Form der Geothermie finden wir im Norden des Parks. Dort bilden die „Mammoth Hot Springs“ Gebilde von malerischer Schönheit. Heißes Thermalwasser mit extrem hohem Mineralienanteil quillt aus der Erde und lagert seine bunte Fracht in Sinterterrassen und -Becken ab. 

Kalk-Sinterterrassen in Mammoth Hot Springs kommen in allen Farben vor. Am Ende werden sie wieder weiß.

Der Ablagerungsprozess ist ständigem Wechsel unterworfen, das Landschaftsbild und die Farben ändern sich ständig. Und wenn Bäume und Sträucher im Wege sind, werden die einfach integriert; sie sterben ab und bereichern die Kalkgebilde mit bizarren Holzskeletten, die farblich aufs Trefflichste mit dem bunten Gestein harmonieren.

Vom Kalksinter vereinnahmter Wald

Weil seit 150 Jahren im Park nicht mehr gejagt werden darf, hat sich eine große Vielfalt an Wildtieren gehalten, die in „zivilisierten“, also bewirtschafteten Gegenden unvorstellbar ist: Grizzlybären , Elche und Bisons sind signifikant für den Yellowstone. Auch Wölfe wurden wieder angesiedelt und haben erstaunlicherweise den Bestand an den friedlichen Wapitihirschen (die man hier Elk nennt) und anderen pflanzenfressenden Wildtieren stabilisiert.

Die Bisonherden sind bezeichnend für den Yellowstone-Park
Im Wasser des Lake Yellowstone haben Thermalquellen bleibende Spuren hinterlassen.

Und dann die Landschaft: Der Park ist so groß wie die Insel Korsika, hat also reichlich Platz. Da gibt es einen See, fast so groß wie der Bodensee, an dessen Ufern heiße Quellen bizarre Krater hinterlassen haben. Da gibt es ein friedliches Wiesental, in dem Herden von Bisons grasen und der Yellowstone River fröhliche Mäander schlägt. 

Viele Bäche und Flüsse durchziehen den Park.

Dann aber wird er wild und stürzt sich über eine Felsenkante in den „Grand Canyon of the Yellowstone“ eine eindrucksvolle Schlucht mit bis zu 400 Metern Tiefe und grandiosen, stets gut gefüllten Wasserfällen, doppelt so hoch wie die Niagara-Fälle. 

Der Lower Fall des Yellowstone River fällt 94 Meter tief

Nach 32 Kilometern verlässt der Yellowstone River die Schlucht und den Park, fließt weiter nach Norden und wird nach über 1.000 Kilometern, in Nord-Dakota sein Wasser dem Missouri stiften , später mit dem Mississippi in den Golf von Mexico und damit in den Atlantik münden. Ein weiter Weg von über 6.000 Kilometern.

Nicht nur Gelb-, auch Braun- und Rottöne zieren die Schlucht.

Denn wenn wir den Yellowstone Nationalpark durchqueren, überschreiten wir die „Continental  Divide“, die große kontinentale Wasserscheide. Die aus dem Park nach Norden abfließenden Flüsse enden alle im Missouri, der sich weiter nördlich - in Montana -  auf den Weg macht.  Hier entwässern wir also zum Atlantik, während aus dem südlich benachbarten Teton Nationalpark das Wasser über den Snake River und den Columbia River dem Pazifik zufließt.

Dem Missouri auf der Spur

 

Verlässt man den Yellowstone Nationalpark in Richtung Norden, befindet man sich im Bundesstaat Montana, der allein so groß ist wie ganz Deutschland. Montana hat aber gerade mal eine Million Einwohner, was deutlich macht, dass man abseits der wenigen städtischen Ansiedlungen kaum etwas von  ihnen zu sehen bekommt. 

Der Geburtsort des Misssouri River nahe Three Forks

Bei Three Forks, einer Kleinstadt inmitten von Nirgendwo, kann man die Geburt des Missouri erleben, des längsten Flusses des nordamerikanischen Kontinents. In einer unspektakulären Talschaft treffen sich auf 1.200 Metern Seehöhe der aus dem Yellowstone Nationalpark kommende Madison River und der längere Jefferson River, der an der Grenze zu Idaho entspringt, und  bilden zusammen den Missouri River, der deutlich länger ist als der Mississippi, der Fluss, in den er mündet.

Ein Herbsttag in Montanas Weiten. Schon die Täler liegen alle über 1.000 Meter hoch. Schnee im Oktober ist normal.

Montana ist, wie der Name nahelegt, ein Gebirgsland. Dass Menschen hierher gefunden haben, ist der Eisenbahn und den Bodenschätze des Landes  zuzuschreiben. Heute kommt man auch wegen der Naturschätze. Montanas herausragende Sehenswürdigkeit ist der Glacier Nationalpark im Norden, an der Grenze zu Kanada. Auf dem Weg dorthin quert man große Weiten, begleitet von hohen Gebirgszügen und der Erfahrung, dass es in dieser Weltgegend auch im Oktober schon sehr winterlich und kalt sein kann. 

Die Umrundung des Glacier Nationalparks

Die Hauptattraktion des Glacier Nationalparks ist die „Going-to-the-sun-road“ (ein typisch amerikanischer Euphemismus, aber so heißt auch schon der Berg, nach dem sie benannt ist), eine Hochgebirgsstraße, die den Park von West nach Ost erschließt. Gewöhnlich ist diese Straße bis Mitte Oktober geöffnet, wenn es aber schon mal Anfang Oktober schneit, dann ist sie auch ganz schnell zu. Nach nur neun Meilen im Park ist Schluss. Viel zu sehen ist da noch nicht, die Enttäuschung groß.  So kann es jedem ergehen, der in dieser Zeit den Park aufsuchen will.

Der Lake Mc Donald unweit des westlichen Parkeingangs. Dahinter ist bei Schneefall Schluss.

Was bleibt, ist die südliche Umrundung des Nationalparks, wenn man schon mal in der Gegend ist. Das ist nicht ganz uninteressant, denn der Park grenzt an seiner Ostseite direkt an die Prärien der Great Plains. Die sind zwar mittlerweile in landwirtschaftliche Nutzflächen verwandelt, aber angesichts der winterlichen Verhältnisse – alles unter Schnee – ist der unterschiedliche Charakter der Landschaft deutlich sicht- und spürbar.  Die Rockies von "hinten" sehen einfach anders aus als von "vorn", also von Westen her

Im Osten des Glacier Nationalparks gehen die Rockies in eine Prärielandschaft über.

Let‘s go West

 

Der Weg von den Rockies zurück zum Pazifik erlaubt einige Stationen auf weniger bekanntem Terrain. Auf die Weiten Montanas folgt die Durchquerung  des Idaho Panhandle, ehe es wieder in den Bundesstaat Washington geht. Dort stehen die schönsten und größten Vulkane des ganzen Landes und  wollen Beachtung. 

Von hinten, also von Osten nähern wir uns dem höchsten von allen, dem Mount Rainier. Mit seiner Höhe von über 4.300 Metern ist er der Welt um sich entrückt und erhebt sein Haupt meist weit über die Wolken hinaus. Das hat zur Folge, dass sein Gipfel für uns Irdische meist unsichtbar ist. Zudem hat der Mount Rainier auch sein eigenes Wetter, das er mit viel Feuchtigkeit zu garnieren versteht.

Erste Annäherung an den Riesenvulkan - noch ist fast nichts von ihm zu sehen.

Der ihn umgebende Mount Rainier Nationalpark lockt mit dichten Wäldern, kristallklaren Seen und vielen Kilometern Wanderwegen jährlich über 1,8 Millionen Besucher an. Die brauchen für gewöhnlich Ausdauer und Geduld, wenn sie dem König des Kaskadengebirges ins Gesicht schauen wollen, aber es ist möglich.

Zuweilen spiegelt sich der Mount Rainier im Tipsoo Lake. Meist aber nicht.

Widerwillig nur öffnet der Riesenvulkan seinen Wolkenvorhang, und das immer nur eine Spalt breit, dann schließt er sich wieder. Der Besucher aber fühlt die Dimensionen des Berges und bekommt Sehnsucht nach mehr.  

Der Mount Rainier spielt Verstecken - aber nicht mehr so sehr.

Und irgendwann ist es soweit, die Wolken haben ein Einsehen und der Vulkan mit seinem charakteristischen runden Kopf lässt sich für einen Augenblick aus der Nähe betrachten. Eindrucksvoll und respektheischend steht der da, mit seinen eisigen Felsflanken, auf denen nicht weniger als 26 Gletscher talwärts ziehen. 

Der Mount Rainier enthüllt sein Haupt und blickt auf seinen Wolkenkranz herab.

Der Mount Rainier ist ein schlafender Vulkan, erloschen aber ist er nicht. Seismologen überwachen ihn streng, denn ein großer Ausbruch dieses Riesen könnte katastrophale Folgen für die dicht besiedelte Küstenregion um Seattle haben. 

Der 3.743 Meter hohe Mount Adams liegt versteckt inmitten der Kaskadenkette.

Neben dem Mount Rainier schmückt sich die Kaskadenkette mit einer eindrucksvollen Reihe weiterer wunderschöner Vulkane. Alle tragen eine Haube aus Eis und Schnee. Manche sind nahezu unzugänglich, wie der 3.700 Meter hohe Mount Adams, manche zum Dorado für Schifahrer geworden wie  der Mount Hood in Oregon, und einer, der einst schönste von allen, ist zu einem eindrucksvollen Anschauungsobjekt für die Kraft der Natur geworden.

Mount St. Helens, der zerstörte Berg

 

Im Mai 1980 ist es passiert, die ganze Welt hat es erfahren und auch die Folgen zu spüren bekommen. Der Ausbruch  des Mount St. Helens ist, weil er sich angekündigt hat, penibel dokumentiert und damit ein Studienobjekt für Naturforscher aller möglichen Disziplinen. Bald ist es 40 Jahre her, dass sich der gewaltige Berg mit einem Schlag seines Gipfels entledigte und ihn mit Donnergetöse den Nordhang hinabschickte, mit einem Feuersturm die Wälder auf den umgebenden Höhenzügen vernichtete und mit pyroglastischen Strömen die Täler flutete. Trotz der umfassenden Evakuierungsmaßnahmen hat der Ausbruch über 50 Menschenleben gefordert. 

Heute stehen wir einerseits betroffen vor der Bergruine und sehen andererseits , dass die Natur ebenso zerstörerisch wie lebensspendend sein kann. Schon bald begannen die Hänge wieder zu grünen, schon haben sich im Tal unter dem Gipfel  Wälder ausgebreitet und die Tierwelt ist sowohl zu Wasser wie zu Lande längst wieder zurückgekehrt.

Die Vegetation ist zurückgekehrt, auch Wälder entstehen wieder.

Im Krater des Berges wuchs schon bald nach dem Ausbruch ein Lavadom heran, der dereinst der neue Gipfel des Berges werden dürfte. Noch duckt er sich in die Wände der Kraterreste und um ihn herum hat sich wegen des herrschenden Mikroklimas ein  neuer Gletscher gebildet, einer der wenigen Zuwächse im Zeitalter des globalen Gletscherschwundes.

Der neue Lavadom im Krater begann schon unmittelbar nach dem Ausbruch 1980 zu wachsen.

Der Mount Saint Helens ist  ein anschauliches Beispiel für die Kreisläufe in der Natur, die sich ausschließlich um sich selbst drehen – wir Menschen können uns nur nach Kräften bemühen, mit ihnen zurechtzukommen. 

Zum guten Schluss - ein Fazit dieser langen Reise

 

Das schönste Eck Amerikas ist zweifellos einen Besuch wert. Auch wenn die Distanzen groß und die Nahrungsangebote recht einseitig sind. Es sei denn, man findet ein chinesisches Restaurant. Solange eines in der Nähe ist, entkommt man dem ansonsten fast unvermeidlichen amerikanischen Fast Food.

 

Dafür punkten auch die einfachen Quartiere mit großartigen Betten, genügend Platz und sinnvoller Ausstattung.

 

Ausdrücklich gewarnt sei allerdings vor Zimmer 201 im Best Western Astoria. Es liegt genau über dem Whirlpool und erfreut sich eines dauerhaften rhythmischen Brummens, solange die Anlage in Betrieb ist. Und da Amerika bekanntlich nicht schläft, kann das dauern.

 

Nur für den Fall, dass man in Astoria übernachten muss. ;-)

 

Organisiert über Faszination Fernweh